Gewiss wird ein Unternehmer, dessen besondere Geschicklichkeit des
Ueberwinden grosser Hindernisse oder dem eine besonders günstige
Verwehrtung der Produkte zu verdanken ist, mit Recht einen gréssern Theil
fiir sich beanspruchen, vorausgesetzt, dass die anderen Mindet-Anspriiche
dadurch nicht beeintrachtig werden.
Da der Unternehmer fiir das Gelingen einsteht, und in der Regel sich im
Vorhinein mit dem Besitzer und mit den Hilfsarbeitern abfindet, so fallt der
grössere Gewinn in erster Linie ihm zu.
Der Besitzer der materiellen Güter wird auch einen Grösseren Gewinn
beansruchen können, wenn er grosse Verlustgefahr läuft, wie z. B. im
Seehandel u. s. w.
Desgleichen warees aberauchsehr unbilligja oft ungerecht, dem Hilfsarbeiter
das vorzuenthalten, was offenbar seiner grösseren Geschicklichkeit oder
seinem besonderen Fleisse zuzuschreiben ist.
Ein Mittel, um dem Lohnarbeiter ein theilweise proportionelles Entgelt
zukommen zu lassen über das mindeste Einkommen hinaus, ist der Stücklohn,
die Arbeitprämie und die Anrechnung eines Antheils vom Theil oder vom
Gesammtgewinne, (diess ist unter verschiedeuen Formen möglich).
Gleichzeitig wird durch eine solche Einrichtung der Eifer angeregt, wodurch
alle betheiligten Faktoren Vortheil gewinnen.
Frage 5.
Was versteht man unter Lohn? Welches sind die gebräuchlichen Arten
desselben?
Lohn ist das materielle Entgelt für den einem Anderen geleisteten Dienst
und für die Arbeit, welche zum Gelingen eines fremden Unternehmens
aufgewendet wird.
(Dicti. de l'Académie française sagt : salaire, payement, récompense pour
travail ou pour service).
Sieht man ab von den zuweilen vorkommenden Fällen von Entlohnung
freiwillig geleisteter Dienste und Arbeiten, so ergeben sich folgende
Betrachtongen :
Zuerst muss man jene Thätigkeiten, die man als Dienste bezeichnet,
von denjenigen "TIhätigkeiten unterscheiden, welche zum Gelingen einer
wirtschaftlichen Unternehmung angewendet werden.
Auch der entgeltliche Dienst ist eine Arbeit, aber das Resultat ist einer
Bewehrtung nicht fähig, während in einer wirtschaftlichen Unternehmung ein
zu berechnendes Resultat erzielt wird.
Es ist schwer einen Anhaltspunkt zu finden für Bewerthung des
Kleiderputzens durch einen Diener, oder der Gesundheitherstellung durch
den Arzt [sic] oder des Kehrens in einer Fabrik, oder einer richterlichen, einer
administrativen Entscheidung, einer kirchlichen Einsegnung u. s. w.